| Volltext der Chronik | Text
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Erläuterungen
Diebold Schilling (gestorben um 1485/86), ausgebildet in der Werkstätte Diebold Laubers und auf der Kanzlei Luzern, wirkte seit 1460 auf der Kanzlei in Bern in verschiedenen Schreiber-Positionen und beschäftigte sich seit den 1460er-Jahren mit Darstellungen der bernischen und eidgenössischen Geschichte (Tschachtlan-Chronik, so genannte Kleine Burgunderchronik, so genannte Grosse Burgunderchronik, Spiezer Chronik). Möglicherweise von den historisch interessierten Kreisen der adligen "Gesellschaft zum Narren und Distelzwang" angeregt, finanziell unterstützt und kontrolliert (Zensur?), verfasste Schilling eine dreibändige "Amtliche Chronik" der Stadt Bern, die er am 26.12.1483 dem Berner Rat überreichte. Er stützt sich in in den ersten Teilen dieses Werkes v.a. auf die Arbeiten von Konrad Justinger, Hans Fründ, Bendicht Tschachtlan u.a. Wie Konrad Justinger flicht er einzelne Aktenstücke und historische Volkslieder in den Text ein, wie bei Tschachtlan ist die Chronik mit farbigen Illustrationen versehen, deren Herkunft unklar ist. Auf eigener Anschauung und Quellenstudium beruht der dritte Band der Amtlichen Chronik, der die Darstellung der Burgunderkriege enthält. Hier erweist sich Schilling als zuverlässiger, gut informierter Zeitzeuge mit beachtlichem Horizont.
Die Text-Edition von Gustav Tobler beschränkt sich auf diesen dritten Band. 1943/45 veröffentlichten Hans Bloesch und Paul Hilber ein Faksimile aller drei Bände der Amtlichen Chronik, allerdings ohne wissenschaftlichen Kommentar.
4.11.2006 Urs M. Zahnd

